Verstopfung (Obstipation)

Verstopfung und ihre Ursachen

Verstopfung (Obstipation) kennt wahrscheinlich jeder. Insbesondere wenn wir uns kurzfristig anders ernähren als gewohnt – zum Beispiel zu Beginn einer Urlaubsreise oder über die Weihnachtsfeiertage kann sie uns betreffen. Allerdings sind solche akuten Verstopfungen meist schnell wieder vorüber.

Von chronischer Verstopfung spricht Ihr Arzt, wenn Sie länger als drei Monate weniger als 3-mal pro Woche Stuhlgang haben. Dies betrifft rund 5% der erwachsenen Männer und 15% der erwachsenen Frauen sowie immer mehr Kinder. Für die Betroffenen ist das eine enorme Belastung. Denn der erschwerte, schmerzhafte und seltene Stuhlgang beeinträchtigt deutlich das Wohlbefinden. Noch kritischer sind die Folgeerscheinungen wie Völlegefühl, Mundgeruch, Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Ursachen einer chronischen Verstopfung

Ursachen für eine Verstopfung (Obstipation) gibt es viele. Als Auslöser kommt eine ballaststoffarme Ernährung infrage. Aber auch zu wenig Bewegung, bestimmte Erkrankungen, einige Medikamente und Stress können zu Verstopfungen führen.

Stress führt dazu, dass wir die Signale des Gehirns nicht beachten, die uns mitteilen, dass der Darm entleert werden soll. Geschieht dies über einen längeren Zeitraum, sendet das darmeigene Nervensystem weniger Nachrichten. Vielmehr reduziert es die Aktivitäten der Darmmuskulatur und die Darmbewegungen werden träge.

Eine ballaststoffarme Ernährung führt ebenfalls dazu, dass unser Darm träge wird. Er benötigt zwischen 30 und 40g Ballaststoffe pro Tag, um den Nahrungsbrei mühelos und schnell weiter zu befördern. Ballaststoffe sind unverdauliche Nahrungsbestandteile. Sie kommen überwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vor: Vollkorngetreide, Vollkornbrot, Naturreis, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte. Besonders ballaststoffarme Lebensmittel sind zum Beispiel Fleisch, Fett, Zucker und Weißmehlprodukte.

Ein falscher Mahlzeitenrhythmus kann ebenfalls Verstopfung fördern. Wer häufig unregelmäßig oder vorwiegend spät abends isst, leidet eher an Verstopfung.

Hinzu kommt zu wenig Flüssigkeit. Mindestens 1,5 bis 2 Liter empfehlen Mediziner. Der Grund dafür: Nehmen wir zu wenig Flüssigkeit auf, wird der Speisebrei im Darm zu stark eingedickt und kann nicht gut weiter befördert werden. Auf Dauer kann auch das zu einer chronischen Verstopfung führen.

Verschiedene Symptome, die Mediziner unter Verstopfung (Obstipation) zusammenfassen

  • eine zu geringe Stuhlhäufigkeit (weniger als 3-mal pro Woche)
  • fehlender Stuhldrang
  • Stuhl von zu harter Beschaffenheit bzw. von zu geringer Menge
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • zur Stuhlentleerung notwendiges heftiges Pressen
  • Blockadegefühl oder Unvermögen, überhaupt Stuhlgang zu haben
  • Gefühl einer unvollständigen Stuhlentleerung

Mangelnde Bewegung im Alltag führt dazu, dass die Darmwand schlechter durchblutet wird. Dementsprechend wird auch in diesem Fall der Darm träge.

Medikamente können ebenfalls Verstopfungen fördern. Zu diesen Medikamenten gehören Eisentabletten, Schmerzmittel, Entwässerungstabletten oder Psychopharmaka.

Eine gestörte Darmmikrobiota spielt auch eine wichtige Rolle, denn der für die Entleerungsvorgänge äußerst wichtige Abbau der Ballaststoffe im Dickdarm ist nur durch eine gesunde Bakterienbesiedlung optimal möglich. Ist die Darmmikrobiota gestört, werden selbst bei ballaststoffreicher Ernährung unzureichend kurzkettige Fettsäuren  produziert. Das führt zu einer geringeren Aktivität der Darmmuskulatur. Dadurch wird der Nahrungsbrei zu langsam fortbewegt und dem Darminhalt wird immer mehr Wasser entzogen. Der Stuhl wird trockener, fester und weniger gleitfähig. Ganz klar, dass die nächste Stuhlentleerung mühsamer und oft auch schmerzhaft wird. Das kann der Beginn einer chronischen Verstopfung sein.

Abführmittel können ebenfalls eine chronische Verstopfung fördern. Denn die meisten Abführmittel – chemische und pflanzliche – fördern durch einen Gewöhnungseffekt bis hin zur Abhängigkeit die Trägheit des Darms. Sie sollten also nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.