Entzündliche Darmerkrankungen

Das Reizdarmsyndrom – die funktionelle Darmerkrankung

Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Verdauungstrakts. Schätzungsweise sind bis zu 20% der Menschen in Europa davon betroffen. Wobei die Erkrankung bei Frauen etwa doppelt so häufig auftritt wie bei Männern.

Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Darmerkrankung. Das heißt, es können keine organischen Ursachen für die Beschwerden gefunden werden. Erst nach eingehender Untersuchung und nur wenn er andere Erkrankungen als Ursache ausschließen kann, stellt der Arzt die Diagnose Reizdarm.

Der Reizdarm ist keine lebensbedrohliche Krankheit. Er schränkt allerdings das Wohlbefinden und damit die Lebensqualität erheblich ein. Denn seine Symptome sind

  • krampfartige oder stechende Bauchschmerzen
  • Blähbauch (Meteorismus)
  • Durchfall und/oder Verstopfung

Dabei können diese Beschwerden auch im Wechsel auftreten.

Ursachen des Reizdarmsyndroms

Die genauen Ursachen des Reizdarmsyndroms sind noch nicht geklärt. Es spricht aber vieles dafür, dass eine aus dem Gleichgewicht geratene Darmmikrobiota ursächlich beteiligt ist. So haben Studien gezeigt, dass Menschen mit Reizdarm eine veränderte Konzentration bestimmter Bakterienarten im Darm aufweisen.

Die Gabe des probiotischen Bakteriums E. coli Stamm Nissle 1917 kann hier zu einer deutlichen Besserung der Symptome führen.

Schmerzbewertung (Intensität, Dauer und Häufigkeit) im Tagebuch dargestellt im Mittel pro Woche, nach: Keller et al., Z Gastroenterol 2010; 48: P267


Eine weitere Ursache liegt wahrscheinlich in Stress und psychischer Belastung. Denn Menschen mit Depressionen, Angststörungen oder hoher, lang andauernder Stressbelastung erkranken häufiger am Reizdarmsyndrom.

Lesen Sie dazu auch "Das Gehirn im Darm"