Entzündliche Darmerkrankungen

Die Ursachen entzündlicher Darmerkrankungen

Störungen der Darmmikrobiota – eine der möglichen Ursachen für Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn

Die genauen Krankheitsursachen sind bis heute unklar. Bei vielen Patienten mit einer entzündlichen Darmerkrankung wird ein Mangel an kurzkettigen Fettsäuren (z.B. die Karbonsäuren Essig- und Buttersäure) im Darm festgestellt. Sie sind aber für den Stoffwechsel z.B. der Dickdarmschleimhaut unentbehrlich. Zudem fördert insbesondere die Essigsäure die Durchblutung des Dickdarms.

Ein Mangel an kurzkettigen Fettsäuren kann durch eine veränderte Darmmikrobiota verursacht werden, denn eine veränderte Darmmikrobiota kann keine oder nur wenig Karbonsäure aus Ballaststoffen bilden. Außerdem ist die Verwertung der Karbonsäure durch das entzündete Darmepithel gestört.

Fehlen die bakteriell gebildeten Fettsäuren, kann die Darmschleimhaut nur mangelhaft ernährt werden. Dadurch kann es zum vorzeitigen Absterben der Zellen, zur Entzündung und zu einer vermehrten Durchlässigkeit (Leaky Gut-Syndrom) der Dickdarmschleimhaut kommen.

Störungen der Darmmikrobiota können also maßgeblich an der Entstehung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen beteiligt sein. Denn die intakte Darmmikrobiota sorgt nicht nur für die optimale Produktion von kurzkettigen Fettsäuren, sie schützt auch die Darmschleimhaut vor möglichen Entzündungserregern und hilft, diese zu bekämpfen.

Fest steht auch, dass das Immunsystem im Darm von Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gestört ist. Die Immunabwehr kann nicht mehr eindeutig zwischen darmeigenen und körperfremden Bestandteilen unterscheiden.

Weitere Ursachen entzündlicher Darmerkrankungen

Weitere Faktoren, die eine entzündliche Darmerkrankung begünstigen können, sind Vererbung und Umweltfaktoren wie Infektionen, Rauchen und Schadstoffe.