Durchfall (Diarrhö)

Durchfall und seine Ursachen

Von Durchfall (Diarrhö) sprechen wir, wenn Erwachsene mehr als dreimal täglich dünneren, teilweise dünnflüssigen, voluminösen Stuhlgang haben. Dabei ist Durchfall streng genommen keine eigene Krankheit sondern vielmehr das Anzeichen für eine Störung im Verdauungstrakt.

Akuter Durchfall als Abwehrreaktion

Bei Kindern, die ansonsten gesund sind, ist Durchfall meist die Folge einer Magen-Darm-Infektion – in 80 % der akuten Fälle verursacht durch Bakterien oder Viren. Diese Eindringlinge schädigen die Darmschleimhaut und stören die natürliche Funktion der gesunden Darmmikrobiota.

Mit Hilfe des Durchfalls will der Körper schädliche Stoffe nicht in die Blutbahn gelangen lassen, sondern so schnell wie möglich loswerden. Zu diesem Zweck lässt der Darm das Wasser im Speisebrei und führt ihm weiteres Wasser und Elektrolyte aus dem Körper zu. So wird der Speisebrei immer flüssiger und voluminöser und kann leichter und schneller ausgeschieden werden – inklusive der schädlichen Stoffe.

Dabei werden aber auch die Bakterien ausgeschieden, die für die Gesundheit des Darms wichtig sind. So wird bei einem Durchfall auch die Darmmikrobiota weiter gestört.

Akute Durchfälle heilen bei Erwachsenen in der Regel nach wenigen Tagen auch ohne Medikamente vollständig aus. Sie enden, wenn der Körper die schädlichen Stoffe ausgeschieden hat.

Akuter Durchfall als Stressreaktion

Ein weiterer Auslöser von Durchfall kann eine Störung des Darm-Nervensystems sein. Solche Störungen können zum Beispiel durch eine verstärkte Ausschüttung von Stresshormonen entstehen. Sie bewirken, dass im Darm weniger Flüssigkeit in den Körper aufgenommen wird. Statt dessen gibt der Körper vermehrt Flüssigkeit in den Darm ab. Die Folge ist wässriger Stuhl und damit Durchfall.

Risiko für Säuglinge und ältere Menschen

Der Verlust von Wasser und Elektrolyten bei einem Durchfall kann vor allem für ältere Menschen und Säuglinge kritisch werden. Deshalb sollte hier schon nach kurzer Zeit ein Arzt aufgesucht werden.

Chronischer Durchfall

Von chronischer Diarrhö sprechen wir, wenn der Durchfall länger als zwei bis vier Wochen anhält. In diesem Fall ist eine gründliche Untersuchung durch den Arzt notwendig. Ursachen können zum Beispiel Laktose- oder Fruktoseintoleranz sein oder regelmäßig eingenommene Medikamente. Aber auch das Reizdarmsyndrom und die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zählen zu den möglichen Ursachen. Weitere Risikofaktoren sind Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder der Schilddrüse.