Der Darm und die Darmbakterien

Der Darm – Zentrum der Gesundheit

Schon seit Jahrtausenden sind Menschen der Überzeugung, dass ein gesunder Darm ein Kennzeichen für einen gesunden Menschen ist. Heute können wir diese Überzeugung auch wissenschaftlich bestätigen und belegen. Wir wissen, dass im Darm die Weichen für die Gesundheit des gesamten Körpers gestellt werden.

Der Darm verarbeitet die Nahrung so, dass sie uns am Leben erhält und uns mit Energie versorgt. Er reguliert unseren Wasserhaushalt und bildet und trainiert einen Großteil der Abwehrzellen des Immunsystems. Außerdem produziert er Hormone und Botenstoffe für das Nervensystem.

Der Darm ist auch die natürliche Grenze zwischen der Außenwelt und dem Inneren unseres Körpers. Speziell die Darmschleimhaut erfüllt dabei eine wichtige Aufgabe – wenn sie gesund ist. Kein Wunder also, dass im Darm viele Ursachen für die Entstehung von Krankheiten zu finden sind – aber ebenfalls der Schlüssel zu unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden.

Der Darm und seine Helfer

Mit einer Gesamtlänge von rund 7 m und einer Oberfläche mit Millionen winziger Fältchen, Grübchen und Zotten ist der Darm das größte menschliche Organ. Um seine für uns lebensnotwendigen natürlichen Funktionen erfolgreich erledigen zu können, ist unser Darm mit Muskeln, Blut- und Lymphgefäßen, Nerven- und Schleimhautzellen und dem Ökosystem der Darmbakterien, der Darmmikrobiota, ausgestattet.

Die Muskelschicht ist für die Fortbewegung des Speisebreis zuständig.

Die Blutgefäße versorgen den Körper mit den verdauten und verstoffwechselten Nahrungsbestandteilen. Auch die im Darm produzierten Antikörper und trainierten Immunzellen werden über die Blutbahn weitergegeben.

Die Darmzotten sind dünne, fingerförmige Ausstülpungen der Darmwand. Sie vergrößern die Innenfläche des Darms und vergrößern so die Fläche über die Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden können.

Die Lymphgefäße sind mit den Blutgefäßen und dem gesamten Lymphsystem im regen Austausch.

Die Nervenzellen regulieren vor allem die Darmbewegung bei der Verdauung. Forschungsergebnisse legen nahe, dass die im Darm sitzenden Nerven auch großen Einfluss auf unsere seelische Verfassung und damit auf unser Verhalten haben.

Die Epithelzellen, der äußere Saum der Bindegewebsschicht, produzieren die Schleimschicht, die unter anderem für die Gleitfähigkeit der Darminnenwand zuständig ist. Sie bilden auch die streng kontrollierte Grenze vom Darminneren in den Körper. Die Darmschleimhaut beherbergt außerdem auch den größten Teil unserer Immunzellen. Zusammen bilden Schleimhautzellen und Schleimschicht einen wichtigen Teil der Darmbarriere, die unseren Körper vor eindringenden Krankheitserregern wie Viren, Bakterien, Pilzen oder Giftstoffen schützt.

Tight Junctions sind spezielle Eiweiße, die die einzelnen Zellen der Darmschleimhaut eng miteinander verbinden und so die Zwischenräume zwischen den Zellen abdichten.

Das Darmlumen ist der freie Raum im Darm, in dem sich der Speisebrei befindet.